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Arthur Thalmann

10. September 1901 - 14. September 1991

Arthur Thalmann

 

 

 

1937 Bundeskommissär Ostschweiz 

1939 Roverkommissär 1943 Obmann des Bundesvorstandes 

1946 Bundesfeldmeister 

1957 Präsident des SPB (bis 1964) 

 

 

 

 

 

 

Arthur Thalmann wurde am 10. September 1901 als Sohn eines Russlandschweizers und einer Schweizerin in Horgen geboren. Die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte er in Horgen, bevor er zusammen mit seiner Mutter zum in Russland verbliebenen Vater übersiedelte. Im Alter von sechs bis zehn Jahren lebte er im Kaukasus. 1910 kehrte seine Mutter mit ihm und seinen zwei Geschwistern in die Schweiz zurück, wo Arthur in Genf das Collège Calvin besuchte. Kurz vor der Matur brach in Russland die Revolution aus; in der Folge war es seinem Vater nicht mehr möglich, weiterhin Geld zur Unterstützung der in der Schweiz lebenden Familie zu überweisen. Arthur Thalmann musste seine Gymnasialzeit ohne Abschluss abbrechen, die Familie kehrte nach Horgen zurück. 

Arthur Thalmann absolvierte nun eine Banklehre; später arbeitete er bei verschiedenen Versicherungen, als Generalagent bei der Genfer Lebensversicherung, bei den VITA-Versicherungen und zuletzt bei der damals neu geschaffenen Lebensversicherung Winterthur. 1932 heiratete Arthur Thalmann die sechs Jahre jüngere Olga Stäubli, eine Tochter des Begründers des gleichnamigen Horgener Textilmaschinenunternehmens. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor. Die Familie lebte zunächst in Horgen, dann in Kilchberg und zog schliesslich im Jahr 1936 nach Winterthur. 

Zur Pfadfinderei gelangte Arthur Thalmann erst spät, als er, der selber nie Wolf oder Pfadfinder gewesen war, 1929 die Leitung der Horgener Pfadfinderabteilung übernahm. Es folgten in rascher Folge Funktionen in Korps und Kanton, dann die Chefredaktion des Führerblattes Kim, bevor er 1937 als Bundeskommissär für die Ostschweiz in die Bundesleitung berufen wurde. Im Gegensatz zu den meisten anderen hohen Pfadfinderführern in dieser Zeit war Arthur Thalmann nicht Offizier, er absolvierte seine Dienstpflicht als Gefreiter und Fourier-Gehilfe. 

In den Quellen erscheint Arthur Thalmann als ruhige, besonnene, dabei aber ausserordentlich aktive und zielstrebige Persönlichkeit. Mit seiner direkten 'Zürcher Art' stiess er vor allem in der Berner Führerschaft vereinzelt auf Widerstände, wo sein Verhalten als Zeichen grossen Ehrgeizes ausgelegt wurde. Weit mehr als seine beiden Vorgänger war Arthur Thalmann ein begnadeter Organisator und besass offensichtlich ein Flair dafür, neue Strukturen und Organisationen aufzubauen. Er gründete den Kirchenchor in Horgen, gleichenorts auch eine Konfirmandenvereinigung, und er stieg auch ohne Berührungsängste in den ihm damals noch fremden Pfadfinderbetrieb ein. Auch auf beruflicher Ebene war er als erster Generalagent der Winterthurer Lebensversicherungen am Aufbau eines neuen Firmenzweiges beteiligt. 

Arthur Thalmann schätzte es, im Hintergrund zu arbeiten, war zum Beispiel langjähriges Mitglied der Freisinnigen Partei (FDP) Winterthur, auch deren Präsident, bekleidete aber nie ein Legislativ- oder Exekutivamt. Er war ein sehr gläubiger (protestantischer) Mensch und schöpfte aus diesem Glauben offenbar Kraft und Ruhe.

 


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