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Manfred von Wattenwyl

9. Mai 1900 - 16. Februar 1968

Manfred von Wattenwyl

 

 

 

 

 

 

 

 

1927 - 1967 Bundessekretär SPB 

 

 

 

 

 

Manfred von Wattenwyl kam am 9. Mai 1900 als Sohn von Elvira und Hugo von Wattenwyl in Bern zur Welt. Er besuchte als Schüler das Freie Gymnasium, das er 1918 mit der klassischen Matur abschloss. Das darauf in Angriff genommene Jurisprudenz-Studium an der Universität Bern beendete er 1923 mit dem Staatsexamen als Fürsprecher. Als selbständiger Fürsprecher trat er darauf in das Anwaltsbüro seines Cousins Rudolf von Wattenwyl ein. 

Zur Pfadfinderbewegung gelangte Manfred von Wattenwyl über einen Umweg, war er doch zunächst Kompanieführer im bernischen Kadettenkorps, bevor er in die Pfadfinderabteilung Patria wechselte. 1927 trat er das Amt des Bundessekretärs des Schweizerischen Pfadfinderbundes an, das er erst nach vierzig Jahren wieder aus seinen Händen geben sollte. 

Daneben bekleidete er in verschiedenen Organisationen eine ganze Reihe weiterer Ämter und Funktionen. Er war zum Beispiel 28 Jahre lang Vorstandsmitglied und während acht Jahren Präsident des 'Vereins für das Alter', Mitglied der Rotkreuzstiftung Lindenhof, Obmann des Gewerbegerichts sowie Verwaltungsratsmitglied und ab 1941 Verwaltungsratspräsident der Einwohnerersparniskasse für den Amtsbezirk Bern. Auch in der Burgergemeinde Bern und in der burgerlichen Gesellschaft zu Pfistern wirkte er in verschiedenen Ämtern. Darüber hinaus war Manfred von Wattenwyl auch politisch sehr aktiv. Als Mitglied und zeitweiliger Präsident der Stadtberner Bürgerpartei war er zwischen 1943 und 1959 Angehöriger des Stadtrates und im Jahr 1953 dessen Präsident. Auf Kantonsebene wurde er 1958 für die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) in den Grossen Rat gewählt, wo er in zahlreichen Kommissionen mitwirkte, unter anderem als Präsident in der Kommission für das neue Fürsorgegesetz. 

Manfred von Wattenwyl blieb unverheiratet. Im Militär war er Oberst der Artillerie. Angesichts der zahlreichen beschriebenen Ämter und Funktionen erstaunt es nicht, dass Manfred von Wattenwyl als ausgesprochener 'Workaholic' galt, der als konstanter Frühaufsteher oft schon am Morgen um sechs Uhr im Büro war und vielfach bis spät in die Nacht hinein arbeitete. "Nur der gewonnene Kampf um eine gerechte Sache war ihm wirkliche Entspannung." So beurteilte Pfarrer Walter Zoss bei der Abdankungsfeier das Wesen Manfred von Wattenwyls. 

Als Ausgleich zu den genannten zahlreichen Aktivitäten betrieb Manfred von Wattenwyl das Bogenschiessen. Ausserdem hatte er schon seit seiner Jugendzeit eine Vorliebe für grosse Wanderungen. Schon als Elfjähriger hatte er in einer viertägigen Wanderung eine grosse 'Tour de Suisse' zu Fuss unternommen. 

Manfred von Wattenwyl nahm - vor allem unter den ersten beiden Bundesfeldmeistern - gewissermassen die Position eines zweiten, im Hintergrund wirkenden Bundesfeldmeisters ein. Während Walther von Bonstetten und Louis Blondel langfristige Planungsarbeit leisteten, den Pfadfinderbund repräsentierten und die Führerschaft motivierten, den alltäglich anfallenden organisatorischen Arbeiten aber mit wenig Begeisterung gegenüberstanden, war Manfred von Wattenwyl der eigentliche Organisator im SPB, der die Fäden des Pfadfinderbundes fest in seinen Händen hielt. Er galt als ausgesprochene Führerpersönlichkeit, arbeitete diskret im Hintergrund, dabei aber ausserordentlich effizient und zielstrebig.

 


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