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Gewaltprävention

Wenn ein Kind aggressives Verhalten zeigt, andere Kinder schlägt oder immer wieder in Konflikte gerät, kommt man als Leiterin oder Leiter oft an die eigenen Grenzen. Dann wird nach Gründen gesucht, die erklären, warum das Kind so schnell aus der eigenen Haut fährt. Um auf solche Entgleisungen angemessen reagieren zu können, ist es wichtig, einige grundsätzliche Tatsachen über aggressives Verhalten zu thematisieren.

Aggression - was steckt dahinter?

Grundsätzlich gilt, dass hinter "auffälligen" Verhaltensweisen immer ein Bedürfnis steckt, welches meist legitim ist. Das Kind oder auch die Leitungsperson wählt nun aber einen Weg, um dieses Bedüfnis zu leben, welcher die Gesellschaft und wir in der Pfadi nicht tolerieren. Nur auf dieses Verhalten zu reagieren greift aber zu kurz und nimmt die Person nicht ernst. Ein Blick hinter die Fassade und das Aufsuchen der dahinterliegenden Bedürfnisse hilft oftmals einen nachhaltigen Ausweg aus der Aggression zu finden. Häufig steckt hinter aggressivem Verhalten Wut, Enttäuschung, Angst oder Ohnmacht. Diese Gefühle gehören zu unserem Leben genauso wie Freude, Glück oder Zufriedenheit. Es existieren aber ganz unterschiedliche Möglichkeiten mit diesen Gefühlen umzugehen. Hier kann die Leitungsperson oder bei Leitern die betreuende Person helfen das Problem an den Wurzeln zu packen und aufzeigen, wie die Gefühle und Bedürfnisse auf eine angepasste Art ausgedrückt werden können. Neben dieser Hilfe sind die Leitungspersonen, vor allem aber auch in ihrer Rolle als Vorbilder gefragt. Sie leben den Kindern Wege vor, wie mit solchen Gefühlen umgegangen werden kann und wie Bedürfnisse gelebt werden können. 

Wenn Aggression zum Alltag gehört

Es gibt aber auch Kinder, die scheinen beinahe in jeder Situation aggressiv zu reagieren. Bereits bei Kleinigkeiten werden sie wütend oder schlagen sie zu. Alle Ermahnungen, Hilfestellungen und schimpfen nützen nichts. In diesem Fall lohnt es sich das Verhalten in Ruhe mit den Eltern zu besprechen. Häufig sind sie sich der Problematik bewusst und haben vielleicht Tipps für den Umgang damit. Je früher die Sorgen den Eltern mitgeteilt werden, umso eher lässt sich ein Weg für das Kind finden. 

Aggression in der Gruppe - oder vom "raufen" und "hänseln"

In vielen Gruppen gibt es Gewalt die toleriert wird. So etwa das abendliche raufen oder die Kissenschlacht. Gewisse Formen sind harmlos. Jedoch sollen die Kinder bereits hier einige Grundregeln lernen. So müssen die Kinder wissen, dass sie jederzeit "nein" sagen dürfen und dieses "nein" zu respektieren ist.

Aber auch mit der Sprache oder mit Gesten und über das soziale Verhalten kann Gewalt ausgeübt werden. Hänseln, ausschliessen von Kindern bis hin zu gewalttätigen Ritualen unter den Kindern, aber auch von Leitungspersonen aus, sind immer wieder zu finden. Häufig ist diese Gewalt versteckt und gar nicht so leicht zu bemerken. Hier gilt es ganz besonders aufmerksam zu sein und die Betroffenen darauf anzusprechen. In einem solchen Gespräch bemerkt man schnell, ob das Hänseln für den Betroffenen noch im Rahmen ist oder schon zu grösseren Problemen führt. Gewalt ist meist ein Problem der ganzen Gruppe und sollte auch mit der ganzen Gruppe besprochen werden.

Selbstverständlich müssen sich die Leitungspersonen auch hier ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und ihr eigenes Handeln, ihre eigene Sprache und ihren Umgangston stetig hinterfragen. Besonders langjährige Traditionen und Rituale können versteckte Gewalt beinhalten und müssen kritisch betrachtet und falls nötig abgeändert werden.

Weitere Informationen

Cudesch Broschüre Leiten; 8. Gewalt

Haltungspapier der PBS zum Thema Gewalt

 

Aktuelle Probleme und Fragen

Habt ihr in eurer Gruppe aktuell ein Problem mit Gewalt und wisst nicht mehr weiter? Habt ihr konkrete Fragen zum Thema Gewalt? Wendet euch damit an eure Kantonsleitung oder kontaktiert das Präventionsteam der PBS. Dieses hilft euch gerne auf der Suche nach einer Lösung und vermittelt euch bei Bedarf Fachstellen, die euch weiterhelfen können.

praevention@pbs.ch


Literatur

Gewaltlos
Thematischer Programmplan zum Thema Gewalt für Jugendliche
Artikel bei hajk bestellen

Füchsli fordert heraus
Pfadibroschüre zur Hilfe im Umgang mit herausfordernden Kindern
(Pfadi Aargau / Pfadi Solothurn)
Artikel bei der Pfadi Aargau bestellen

Null Bock auf Streit
Spiele zur gegenseitigen Wertschätzung
(Hanne Schaffner, Verlag Books on Demand)
Artikel bei thalia bestellen

Wo die wilden Kerle wohnen
Die Geschichte vom wilden Max der das Reich der wilden Kerle erobert
(Maurice Sendak, Verlag Diogenes)
Artikel bei thalia bestellen

Anna und die Wut
Bilderbuch für Mädchen zum Umgang mit Wut
(Christine Nöstlinger, Verlag Dachs GmbH)
Artikel bei thalia bestellen

Müssen Jungs aggressiv sein?
Eine Praxismappe für die Arbeit mit Jungen
(Jens Krabel, Verlag an der Ruhr GmbH)
Artikel bei thalia bestellen

Gewaltprävention mit Kindern und Jugendlichen
Umfassendes Lesebuch zum Thema Gewaltprävention
(Heero Miketta, Verlag Lulu Inc.)
Artikel bei thalia bestellen

 


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