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Hintergründe

Warum wurde ein neues Pfadiprofil erarbeitet und welche Neuerungen bringt es? Hier finden sich die Antworten dazu.

Begriffsklärung

Im Zusammenhang mit dem neuen Pfadiprofil werden verschiedene Fachbegriffe verwendet, die hier kurz voneinander abgegrenzt werden sollen.

  • Das Pfadiprofil ist ein neu geschaffenes Dokument. Es enthält die gesamten pädagogischen Grundlagen der Pfadibewegung Schweiz.
  • Das Stufenmodell ist ein Teil des Pfadiprofils. Es teilt die Pfadibewegung in 5 Altersstufen ein (entsprechend den altersbedingten Bedürfnissen).
  • Die Stufenprofile sind ein Teil des Pfadiprofils. Es gibt für jede Altersstufe ein Stufenprofil, das die Umsetzung der Grundlagen auf der jeweiligen Stufe erklärt und deren Ziele und Arbeitsweise (aufgrund des jeweiligen Entwicklungsstandes der Kinder/Jugendlichen) erläutert. Die Stufenprofile geben somit die Anleitung für die Gestaltung des Pfadiprogramms.

Entstehungsgeschichte des Pfadiprofils

Den Anlass zur Überarbeitung des Stufenmodells und der Stufenprofile gab das Ergebnis des Projekts „Mitgliederentwicklung“ kurz nach der Jahrtausendwende. Dieses zeigte einerseits, dass viele Pfadis mit 14, 15 Jahren aus der Pfadi austreten, da der Pfadialltag nicht mehr ihren Bedürfnissen entspricht und auch der Ausblick auf die zukünftige Pfaditätigkeit sie nicht zum Bleiben animieren kann. Andererseits zeigte das Projekt, dass immer öfter jüngere Kinder der Pfadi beitreten, so dass die Abteilungen entweder in der Wolfstufe Kinder im Vorschulalter hatten oder eine Stufe vor der Wolfstufe eröffneten.

Bei der Diskussion über ein neues Stufenmodell wurde bald klar, dass im Falle einer Veränderung eine inhaltliche Anpassung der Stufenprofile nötig wird. Und so kam es: An der ersten Bundeskonferenz 2009 (Buko I/09) wurde das überarbeitete Stufenmodell (Einteilung in die fünf Altersstufen) angenommen, an der Buko I/10 die überarbeiten Stufenprofile (Ziele und Arbeitsweise auf den einzelnen Stufen), bzw. das neue Pfadiprofil (pädagogische Grundlagen).

Wichtigste Veränderungen

Es gibt strukturelle und inhaltliche Erneuerungen im Pfadiprofil. Die Änderung mit den grössten Auswirkungen für die Abteilung ist die Erneuerung des Stufenmodells. Das neue Modell bietet verschiedene Auslegungsvarianten. Daher muss jede Abteilung entscheiden, welches Modell für sie am besten geeignet ist. Folgende Rahmenbedingungen stehen aber fest:

  • Fünf statt vier Stufen: davon 4 obligatorische (Wolfsstufe, Pfadistufe, Piostufe, Roverstufe), 1 fakultative (Biberstufe, siehe Factsheet Biberstufe)
  • Namensgebung der Stufen: Begriffe statt Zahlen
  • Festlegung der Dauer: Jede Stufe maximal vier Jahre
  • Flexible Übertrittaltersgrenzen ausser Eintritt Biber (ab 5 Jahre) und Übertritt Rover (ab 17 Jahre)
  • Jüngere Eintritts-/Übertrittsaltersgrenzen
  • Leitpfadi statt Venner: Neudefinition der Rolle (siehe Factsheet Leitpfadi)
  • Leitpfadi gehören der Pfadistufe an
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Vorteile des neuen Pfadiprofils

Vorteile bei fünf statt vier verschiedenen Altersstufen

  • Das Leiten einer Stufe wird einfacher, weil…

…es einfacher wird, ein ansprechendes Programm zu bieten, da die Altersunterschiede inner-halb einer Stufe kleiner und daher die Bedürfnisse der Mitglieder ähnlicher sind. 

…kleinere Gruppen besser zu führen sind.

  • Die Austrittsgefahr wird verringert, weil…

…das Programm den einzelnen Kindern und Jugendlichen besser gerecht wird. 

…das Wechseln in eine neue Stufe Abwechslung bringt.

  • Das Ziel der Pfadibewegung (die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung) kann besser erreicht werden, weil…

…die Kinder und Jugendlichen gezielter in ihrer Entwicklung gefördert werden können, da die Entwicklungsstände innerhalb einer Stufe ähnlicher sind.

…in kleineren Gruppen die einzelnen Mitglieder individueller gefördert werden können

 

Vorteile einer Biberstufe

  • Die Biberstufe ist für  Abteilungen mit genügend Leitern eine Chance, Kindern bereits im Vorschulalter ein altersgerechtes Programm zu bieten.
  • Die Biberstufe verhindert eine zu grosse Altersspanne in der Wolfsstufe.

 

Vorteile einer Piostufe

  • Eine Piostufe verringert die Austrittsgefahr und wirkt einem späteren Leitermangel entgegen, weil...

… selbstorganisierte Gruppenerlebnisse mit Gleichaltrigen und die Mitgliedschaft in einer verschworenen Gemeinsaft (Clique) dem Bedürfnis von Jugendlichen entspricht.

…Häufigkeit, Wochentag und Art der Treffen flexibel gestaltet und an die Verfügbarkeit der Pios, die am Übergang  in die Mittelschule oder am Beginn der Lehre sind, angepasst werden können.

… die Piostufe den Jugendlichen in ihrer Umbruchphase ins Erwachsenenleben auf ihrer Suche nach einer eigenen Identität ein ideales, bedürfnisorientiertes Übungsfeld bietet. Sie erhalten als Pio die Möglichkeit, ihr Freizeitprogramm auf selbstbestimmt Art zu gestalten und Grenzerfah-rungen in geschütztem Rahmen zu sammeln. 

  • Eine Piostufe entlastet die Leitung der Pfadistufe, weil…

… es keine älteren Jugendlichen mehr gibt, die in der Pfadistufe das Programm stören, indem sie nicht mitmachen, motzen und sich absondern.

… sie eine zu grosse Alterspanne verhindert.

  • Eine Piostufe steigert die Kompetenzen zukünftiger Leitungspersonen und die Qualität ihrer Arbeit, weil…

… die Pios lernen Projekte zu managen, indem sie ihre Wünsche und Ideen zielorientiert und strukturiert umsetzen und dabei Verantwortung für sich und ihre Gruppe übernehmen. 

… die Pios das pädagogische Ziel der Pfadibewegung kennen lernen.

… die Pios Gelegenheit erhalten, ihre Wünsche und Träume umzusetzen, und sich deshalb die Gefahr verringert, dass sie in zukünftigen Leitungsfunktionen nur ihre eigenen Bedürfnisse aus-leben, statt ein bedürfnisorientiertes Programm für die Kinder anzubieten. 

… das Alter der Wolfs- und Pfadistufenleitenden steigt. Es gibt mehr volljährige Leitende, da sie nicht schon mit 18 Jahren ausgebrannt sind. 

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