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Stufenarbeit bei den Pios

Die Piostufe wendet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Wer sind die Jugendlichen der Piostufe?

Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren leben in der zweiten Phase der Jugend, die sie bis zur Schwelle des Erwachsenenalters bringt. Sowohl körperlich als auch geistig, durchlaufen sie während der Pubertät diverse und einschneidende Veränderungen. Die Wahrnehmung zum eigenen Körper verändert sich und die Jugendlichen beschäftigen sich intensiv mit ihrem Aussehen. Während dieser Lebensphase verbringen Jugendliche viel Zeit in Gruppen unter Gleichaltrigen (Peer-Group oder Clique).

In dieser Zeit lösen sich die Jugendlichen vom Elternhaus. Beziehungen zu Gleichaltrigen und Freundschaften werden wichtiger. In dieser Zeit müssen viele richtungsweisende Entscheidungen über die private und berufliche Zukunft getroffen werden. Die in dem Altersabschnitt gemachten Erfahrungen beeinflussen das spätere Leben und die Persönlichkeit.

Die Jugendlichen möchten als eigenständige Person anerkannt werden und ihre Freiräume selbst gestalten. Sie probieren Neues aus und überschreiten dabei manchmal auch Grenzen und Normen der Gesellschaft. Viele interessieren sie sich für andere Länder und Kulturen. Sie machen sich Gedanken über das Ziel und den Sinn des Lebens und beginnen sich mit spirituellen Fragen zu beschäftigen, machen sich Gedanken über Ethik und Religion. Die Werte der Erwachsenen werden dabei in Frage gestellt und diskutiert, was ihnen  den Aufbau einer eigenen Einstellung erlaubt.

Die Pios befinden sich auch am Anfang ihrer Entdeckungsreise der eigenen Sexualität. Dabei werden sinnliche, aufwühlende und romantische Erfahrungen gemacht.  Manchmal stiftet die noch nicht gefundene sexuelle Orientierung zusätzliche Verwirrung.

Was wollen sie?

Jugendliche in diesem Alter haben das Bedürfnis...

  • etwas mit Gleichaltrigen zu unternehmen und Freundschaft zu erleben.
  • über die eigenen Grenzen und die Normen der Gesellschaft hinausgehen, provozieren.
  • andere Menschen kennen lernen, die sich von ihnen unterscheiden.
  • Verantwortung übernehmen.
  • über Grundfragen des Lebens diskutieren und Meinungen austauschen.
  • unabhängig sein, Freiheit erleben und Raum haben, um allein zu sein.
  • sich für Ideale einsetzen.
  • die Welt und andere Kulturen entdecken, reisen.

Im Gegensatz zur geführten Pfadistufe können Pios ihren Bedürfnissen entsprechend Aktivitäten unter Betreuung selbstständig organisieren. In der Piostufe lernen sie, Verantwortung für sich und ihre Gruppe zu übernehmen.

Gerade in dieser bewegten Zeit brauchen die Jugendlichen in der Freizeit einen geschützten Rahmen, in dem sie sich aufhalten können, sich wohlfühlen und die Möglichkeit haben, weitere Schritte in der Sozialisation zu tätigen, während sie auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und einem Platz in der Gesellschaft sind. Die Pfadi kann diesen Rahmen und Ort durch eine gut funktionierende Piostufe bieten und ihnen Möglichkeiten zur Stärkung des Selbstvertrauens bieten.

Organisation

Die Pfadis wechseln zwischen dem 14. und 15. Geburtstag in die Piostufe und bleiben zwei bis drei Jahre in dieser Stufe. Gegen Ende Piostufe können die Pios in die Wolfs- oder Pfadistufe als zukünftige Leiter „schnuppern“ gehen und können so einen Einblick in die Stufenarbeit als Leiter machen. Frühestens an ihrem 17. Geburtstag treten sie dann zur Roverstufe über und können den Basiskurs besuchen.

Die Piostufe besteht aus einer oder mehreren Equipen, wie es in der Pfadistufe die Fähnli sind. Eine Equipe besteht aus 5 bis 10 Pios. Die Equipen können pro Jahrgang oder gemischt organisiert sein. Dabei hängt einiges mit der Abteilungsgrösse zusammen. Es besteht die Möglichkeit, eine Equipe mit anderen Abteilungen zusammen zu bilden und zu betreuen. Dies nennt man eine Regio-Equipe und macht dort Sinn, wo die Abteilungen zu klein sind, um eine eigene Equipe zu organisieren oder keine Leiter finden.

Die Pioequipe wird durch eine erfahrene Pioleitung betreut. Idealerweise wird die Piostufe zu zweit geleitet. Die Leitung ist dafür verantwortlich, die Gruppe anzuleiten und zu unterstützen und sorgt für die nötige Struktur. Über die (Stufen)Leitung wird auch der Kontakt zur Abteilung hergestellt und das Jahresprogramm der Piostufe mit den andern Stufen abgestimmt.

Eine Pioaktivität heisst Unternehmung. Eine solche beginnt damit, zusammen mit den Pios Ideen zu sammeln, die in die Tat umgesetzt werden sollen. Die pfadimässigen Möglichkeiten sind dabei unendlich. Wenn sich die Equipe für eine Aktivität entschieden hat, so werden die Aufgaben in der Gruppe verteilt. Hier wird darauf geachtet, dass die Stärken der Pios gefördert werden können. Wenn ein Pio gerne kocht, kann er beispielsweise die Verpflegung organisieren. Eine Pio, die gut in Pfaditechnik ist, wird sich Gedanken über Baumaterialien machen.

Nach der Durchführung einer  Aktivität wird diese zusammen mit den Pios ausgewertet. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn da können die Pios ihre Erlebnisse nochmals reflektieren und haben die Möglichkeit Anpassungen für eine kommende Aktivität anzubringen. Zu Beginn der Piostufe bestimmt die Leitung noch stark das Programm, bis die Pios lernen, selber zu planen und vorzubereiten.

 

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